Drei neue Simulatoren werden ab Dezember im DRK Bildungszentrum Mittelhessen (BZ) eingesetzt. Das Ziel: Realitätsnahe Übungsszenarien sollen helfen, Mitarbeiter im Rettungsdienst auf den Ernstfall vorzubereiten, Defizite sichtbar zu machen und Kompetenzen zu stärken. Schulleiter Weert Sassen: „Wir wollen zeitgemäß ausbilden – auch, was die Übungspraxis angeht. Die Anforderungen an die notfallmedizinische Versorgung sind sehr hoch. Für uns sind die neuen Simulatoren ein wichtiges Hilfsmittel, um unsere Teilnehmer gezielt auf unterschiedliche Einsatzszenarien vorzubereiten.“
Zwei Simulatoren des Typs „ALS Advanced“ der Firma Laerdal stehen nunmehr zur Verfügung, weiterhin ein „SimMan Essential“, der als Vollsimulator im präklinischen wie im klinischen Bereich eingesetzt wird.
Der ALS-Simulator ist ein interaktives Trainingsmodell mit Spontanatmung, Atemwegskontrolle, Stimmgeräuschen, EKG und vielen anderen Funktionen. Mit ihm können eine Reihe von erweiterten, lebensrettenden Maßnahmen aus dem präklinikischen Bereich geübt werden. In Spezialkursen kommt der „SimMan Essential“ zum Einsatz. „SimMan“ ist ein tragbarer Patientensimulator zum Teamtraining für Fortgeschrittene. Er verfügt über eine realistische Anatomie und wichtige Funktionen für den Klinikbereich. Mit seiner Hilfe können Situationen nachgestellt werden, in denen die Lernenden gefordert sind.
Eine erste Schulung fand am 3. Dezember am Flughafen Siegerland statt. Teilnehmer waren Ärzte und Rettunsdienst-Mitarbeiter, die bei Verlegungsflügen der Dienstleistung „Air Alliance Medflight“ eingesetzt werden. Mit seiner Tochtergesellschaft MKT ist der DRK Rettungsdienst Mittelhessen Kooperationspartner des Siegerländer Fluguntnernehmers „Air Alliance“ und muss dafür sorgen, dass die medizinische Seite dieser Dienstleistung reibungslos läuft.
Ziel des Trainings war es, die Patientenübergabe vom Einsatzfahrzeug und den Transport ins Flugzeug zu trainieren – und zwar unter lückenloser Fortführung von Überwachung und Therapie. „Gerade bei schwerkranken Patienten erfordern Übergaben immer eine besondere Sorgfalt,“ so Bereichsleiter Michael Hartmann, der die Schulung organisierte. „Aber bei der Übernahme in Flugzeug kommt als Besonderheit hinzu, dass es ziemlich eng ist. Darauf muss man sich einstellen, und das muss man vorher üben.“ Geübt wurde auch, wie Notfälle gemanagt werden können, die während der Übergabe auftreten, etwa ein Herzstillstand.
Für das BZ sind die neuen Simulatoren ein Meilenstein – doch Schulleiter Sassen will dabei nicht stehen bleiben: „Wir sind zur Zeit in der Grundlagenermittlung für bauliche Erweiterungen im Jahr 2012, denn wir wünschen uns eine San-Arena, die uns zusätzliche Trainingsmöglichkeiten bietet. Wir hoffen, dass die Entscheidungsgremien noch in diesem Jahr grünes Licht für unsere Planungen geben. Wenn wir das realisieren können, was uns vorschwebt, wären wir zukünftig ganz weit vorn, was die Aus- und Forbildung für den Rettungsdienst betrifft.“